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Ich bin das so gewöhnt…

… und habe schon so oft versucht, das zu ändern! Es klappt einfach nicht 🙁

Kommt dir dieser Satz bekannt vor? Dann sei beruhigt: du bist damit nicht allein. Gewohnheiten zu verändern oder neue Gewohnheiten zu etablieren ist nicht so leicht, wie wir das gerne hätten.

Woran liegt das?

Gern frage ich meine Coachees: wenn du morgens ins Bad kommst, mit welcher Hand greifst du zur Zahnbürste? Und warum?
Die Antwort ist immer: weil ich es so gewöhnt bin.
Und wenn du ab heute mit der anderen Hand putzen sollst? – Wäre das unbequem. Müsste ich mich dran gewöhnen.

So ist das mit allen unseren Gewohnheiten. Auch mit denen, die wir „eigentlich“ nicht mehr haben wollen, oder die uns Stress bereiten, wie zum Beispiel morgens immer zu knapp aufzustehen. Wir sind es so gewöhnt, und anders wäre es deshalb unbequem.

Deine Gewohnheit – Trampelpfad oder Autobahn?

Gewohnheiten sind wie Autobahnen im Gehirn, breit, mehrspurig, bequem und schnell zu befahren. Sie sind fest verankert in deinem inneren Navi. Zack rüber auf die Überholspur :-). Um sie auszuführen, brauchst du nicht nachzudenken, das ist enorm energiesparend und im Alltag äußerst hilfreich. Zum Beispiel beim Zähneputzen 😉 .

Ein neues Verhalten, eine neue Angewohnheit oder auch nur ein neuer Gedanke, den du denken möchtest, ist hingegen eher wie ein Trampelpfad: noch kaum zu sehen, Äste ragen hinein, die einem auch mal ins Gesicht schlagen können, es ist mühsam und anstrengend, dem Pfad zu folgen, der Schweiß rinnt. Und dein inneres Navi schlägt dir alle möglichen Wege vor, nur nicht diesen.

Ran an den Pfad!

Wird der Trampelpfad öfter gegangen, entwickelt er sich langsam zu einem kleinen Weg, leichter zu erkennen und leichter zu begehen. Bleibst du dran, wird er zur Straße und irgendwann dann auch zur Autobahn. Mit eingebautem Navi.

Wendest du dich jedoch wieder ab, weil andere Straßen schneller gehen, sich bequemer anfühlen, vertrauter sind, dann wächst der Pfad wieder zu, schneller als du gucken kannst. Silvestervorsätze zum Beispiel neigen oft zum Zuwachsen 😉 .

Mit Geduld und Spucke

Also hab Geduld mit dir, wenn eine neue Angewohnheit oder Erkenntnis nicht gleich zum Ergebnis führt oder du es immer wieder erstmal anders machst. Du musst dich einfach erstmal daran gewöhnen, und das braucht Zeit. Das ist normal und kein Grund, gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Oder gar zu denken, du seiest zu blöd, faul, unintelligent oder sonstwas.

Dranbleiben heißt das Zauberwort. Und wie lange? Dazu gibt es keine pauschale Antwort, obwohl ein Zeitraum von 3 – 4 Wochen für viele Gewohnheiten machbar scheint. Allerdings ist er von vielen Faktoren abhängig, der Größe des Vorhabens, vom Menschen selbst und anderem. Also, wenn du es in dieser Zeit schaffst: super, wenn nicht: auch nicht dramatisch. Bleib dran und denk immer an die Autobahn, die du erschaffen willst. Du kannst ja schon mal beim Zähneputzen anfangen, einfach aus Spaß 😉

 

Welche Erfahrungen hast du mit dem Einüben neuer Gewohnheiten gemacht? Schreib doch in die Kommentare und lass uns teilhaben 🙂