Stress tut gut ;-)

Alle meckern über Stress,

aber eigentlich ist es doch 'ne ganz gute Sache, wenn man mal genauer hinguckt. Glaubst du nicht? Dann schau doch mal dieses kurze Video (ca. 7 Minuten) dazu an. Oder, wenn du es lieber schriftlich hast, lies den Beitrag dazu. Deine Meinung interessiert mich, wie siehst du das mit dem Stress? Hat er seine Berechtigung? Schreib mir doch in die Kommentare hier unter dem Artikel oder direkt unter dem Video.

Und hier kommt das Ganze als Text:

Heute möchte ich dir gern mal erzählen, dass Stress eigentlich für uns etwas ganz Positives ist. Ich beschäftige mich ja nun schon längere Zeit mit den Themen Stress, Burnoutprävention, Stressmanagement. Und was mir immer wieder auffällt ist, dass meine Kunden zu mir kommen mit dem Wunsch, sie möchten ihren Stress los sein.

Darum habe ich darüber nachgedacht, ob Stress nicht auch etwas Positives hat. Denn wenn wir alle immer so viel davon haben, dann müsste es doch auch eine gute Seite daran geben. Es gibt ja eigentlich in der Natur des Menschen, oder in der Natur überhaupt, nichts, was nicht für irgendetwas gut sein kann. Darum möchte ich heute mal eine Lanze für den Stress brechen.

Wofür kann Stress gut sein?

Das, was wir landläufig immer so mit „Stress“ bezeichnen, ist ja immer eher so ein Zustand von „das wird mir zu viel, ist so anstrengend, ich habe keine Auszeit, es kommt alles auf einmal“ und so weiter.

Wenn wir aber mal auf die Ursprungsbedeutung des Wortes schauen,

dann merken wir, dass das eigentlich eine ganz gute Sache ist.

Um das zu verstehen, gehen wir in der Zeit ein bisschen zurück, bis in die Steinzeit. Stell dir vor, da sitzt ein Mensch vor seiner Höhle, unter einem Baum, die Sonne scheint, der Magen ist gefüllt, alles ist gut. Du kannst dir vorstellen, dieser Steinzeitmensch ist sicherlich enorm entspannt. Plötzlich! Ein Rascheln im Gebüsch! Der Mensch dreht sich um, erschrickt, erstarrt! Ein Säbelzahntiger steht vor ihm! Er springt auf, rennt los, nichts wie weg! Quer durch die Prärie, rauf auf den nächsten Baum! Und da sitzt er dann, gar nicht mehr entspannt.

Was hat das mit Stress zu tun?

Die Phase, in der der Steinzeitmensch vor seiner Höhle sitzt, unter dem Baum, alles ist gut, da ist er völlig entspannt. Von Stress keine Spur. Weder im Körper noch in seinen Gedanken. Dann kommt ein Impuls, ein Reiz: er hört etwas. Er hört ein Rascheln im Gebüsch. Und sein System, sein Gehirn meldet ihm: GEFAHR! Du musst etwas tun! Würde der Mensch jetzt darüber nachdenken, was zu tun ist, wäre das vielleicht schlecht für ihn. Denn es könnte viel zu lange dauern. Da wäre der Säbelzahntiger längst bei ihm und hätte ihn als Mittagessen verspeist.

Das heißt, die Reaktionen, die jetzt passieren, passieren unbewusst, ohne dass der Verstand eingeschaltet wird. Im Körper passieren jetzt viele Dinge auf einmal. Zum Beispiel erhöht sich der Herzschlag. Die Atmung beschleunigt sich. Der Blutdruck steigt. Die großen Muskelgruppen vor allem in den Oberschenkeln werden verstärkt mit Blut versorgt. Dadurch, dass die Atmung sich vertieft, wird das Blut mit Sauerstoff angereichert, so dass die Muskeln mehr Sauerstoff bekommen. Es werden verschiedene Hormone ausgestoßen, wie Cortison und Cortisol, um blitzschnell reagieren zu können. Die Pupillen erweitern sich, um schnell das Umfeld erfassen zu können. Bestimmte Denkstrukturen werden sozusagen eingestellt, weil impulshaft reagiert wird. Alles das dient dazu, um in kürzester Zeit die größtmögliche Menge an Energie bereitzustellen. Um das Leben zu retten.

Das heißt, die Stressreaktionen, oder das, was unser Körper tut, dient in diesem Moment dem nackten Überleben. Insofern ist es etwas Gutes! Mobilisiert einfach unsere Lebensenergien. Macht uns bereit, um auf einen Reiz adäquat zu reagieren.

Dass es heute oft nicht mehr so funktioniert, wie es eigentlich mal gedacht war von unserem System, unserem Körper, steht auf einem anderen Blatt. Unsere Gefahren sind nicht mehr Säbelzahntiger, vor denen wir einfach davonlaufen. Sondern es sind oft brüllende Chefs, schlechtgelaunte Kunden. Du weißt selber, was dich stresst! Die Reaktion unseres Körpers aber ist immer noch die gleiche. Unser Körper reagiert in Bruchteilen von Sekunden mit einer Mobilisation von Energie auf einen Reiz, der als eine Gefahr gedeutet wird. Und wie ich am Anfang gesagt habe, diese Gefahr wird nicht über den Verstand gedeute, sondern es ist eine unbewusste Einschätzung , je nach dem, was wir in unserem Leben gelernt haben, als Gefahr zu sehen. Und das macht den Stress dann letztendlich für uns so stressig .

Aber eigentlich ist es eine gute Eigenschaft. Denn wenn ich zum Beispiel vor Leute treten soll und einen Vortrag halten, ist es für mich durchaus eine Bereicherung und eine positive Sache, dass ich gestresst bin, und dass mein Körpersystem auf Alarmbereitschaft gepolt ist. Nicht, weil ich dann mehr Angst habe oder weil es so ein cooles Gefühl wäre, Angst zu haben, sondern weil ich einfach dann sehr konzentriert bin, hochkonzentriert, total bei der Sache. Ich kann also diese Körperreaktionen in eine gute Bahn lenken, wenn ich weiß, worum es geht. Und warum das so ist, wie es ist. Also, Lampenfieber ist eigentlich eine tolle Sache.

Und auch in anderen Situationen, wenn eine Prüfung ansteht, oder auch im Straßenverkehr, in einer Situation, die mir signalisiert „hier könnte es brenzlig sein!“, dann ist es gut, dass unser Körper genau diese Reaktionen hat. Uns in kürzester Zeit die größtmögliche Energie und Aufmerksamkeit zur Verfügung zu stellen. Ohne dass wir Energie verschwenden durch Nachdenken beispielsweise.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen deutlich machen, dass Stress an sich gar nichts Schlechtes ist. Sondern eine verdammt gute Sache. Und vielleicht achtest du beim nächsten Mal, wenn du in so eine Situation gerätst, einfach mal genau darauf, was in Dir eigentlich passiert. Wenn du in Stress kommst.

Viel Spaß dabei 🙂

 

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